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Aktuell angebotene Kurse

Bei der AWP Berlin haben Sie die Möglichkeit komplette Fortbildungsgänge mit offiziell anerkannten Abschlusszertifikaten zur Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), Schematherapie und Psychotraumatherapie für den Erwachsenen und den Kinder und Jugendbereich zu besuchen. Zusätzlich wird ein komplettes Curriculum in der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) angeboten sowie Fortbildungen zur Achtsamkeit in der Psychotherapie. Nähere Informationen zu den Fortbildungsrichtlinien finden Sie in der Rubrik "Richtlinien".

Es können auch einzelne Kurse innerhalb der Fortbildungsgänge besucht werden.

  • Klärungsorientierte Psychotherapie
  • DBT
  • Schematherapie
  • CBASP
  • Emotionsfokussierte Therapie
  • Paartherapie
  • Psychotraumatherapie
  • Achtsamkeit in der Psychotherapie
  • ACT
  • Praxisnahe Einzelkurse
  • Systemische Therapie / Systemisches Coaching
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
  • Kurse auf Anfrage

Bitte Kursbereich und Kurs wählen:


Selbstmitgefühl in der Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Was brauchen Menschen, die von einer Borderline-Störung betroffen sind, um mit der (existentiellen) Scham, dem Selbsthass und dem tiefgreifenden Gefühl von Unverbundenheit umzugehen? Sich selbst radikal annehmen zu lernen vielleicht?
Nur: wie können Betroffene diese weise und mitfühlende Haltung innerhalb der Psychotherapie erlangen? Diese Fragenstehen im Fokusdieses 2-tägigen Seminars. Selbstmitgefühl ist dabei eine zentrale Ressource, sowohl für uns als TherapeutInnen als auch für die KlientInnen.

Beschreibung

Scham, Selbsthass und ein tiefsitzendes Erleben von Unverbundenheit/Einsamkeit sind zentrale Aspekte im Erleben von Borderline-Betroffenen, mit begründet durch extrem invalidierende frühe Bindungserfahrungen. Die damit einhergehenden dysfunktionalen Emotionsregulations- und Interaktionsmuster führen zu starkem Leid bei den Betroffenen, den Angehörigen/ Bezugssystemen und machen die Therapie auch für uns Behandler häufig herausfordernd. Was braucht eine Person, die von einer Borderline-Störung betroffen ist, um ein erfülltes Leben führen zu können? Wie wäre es mit radikaler Akzeptanz ihrer Person – mit all ihren Vulnerabilitäten und Ressourcen - sowie wohlwollender Konfrontation, Ermutigung, Eingrenzung und Beruhigung, je nachdem, was die Situation gerade erfordert? Dies ist die therapeutischen Grundhaltung der Dialektischen Behavioralen Therapie (DBT) nach Marsha Linehan. Basis ist dafür die Vermittlung einer selbstvalidierenden Haltung der Betroffenen sich selbst gegenüber. Doch wie können wir als Therapeut solche eine Haltung wiedererlangen, wenn wir mal erschöpft oder genervt sind oder uns gar ohnmächtig und beschämt fühlen? Und wie können wir eine solche Haltung den Klienten vermitteln? Selbstmitgefühl ist dabei eine zentrale Ressource für Therapeut als auch Klient.  

Zielgruppe

Von diesem Seminar können alle helfenden Berufe profitieren, die die folgenden zwei Voraussetzungen erfüllen:

1.)    Sie arbeiten psychotherapeutisch, pflegerisch oder beratend
        mit Patientinnen mit Borderlinepersönlichkeitsstörung
2.)    Sie haben bereits eine persönliche Selbstmitgefühlspraxis
        (z.B. durch den MSC-Kurs oder durch andere Selbstmitgefühlskurse),
        da wir im Seminar auf die verschiedenen Übungen aufbauen werden

Ziele

1.     Herausforderungen und Hindernisse in der mitgefühlsbasierten Arbeit
        mit Borderline-Betroffenen verstehen
2.     Unterschied zwischen Empathieschmerz und Mitgefühl verstehen
3.     Kompensation von Scham und Ohnmacht erforschen
4.     Selbstmitgefühlsübungen erlernen, um therapeutische Präsenz in
        Momenten von eigener Scham und Ohnmacht wiederzuerlangen
5.     Die therapeutische Beziehung durch mitfühlende Eigenschaften zu
        verbessern, wenn KlientInnen Scham oder Ohnmacht erleben
6.     Prinzipien anwenden, mit Hilfe derer KlientInnen Hindernisse und
        Ängste vor Mitgefühl schonend überwinden können 

 

Inhalte

Selbstmitgefühl beschreibt die Fertigkeit,sich selbst umsorgen zu können und weise zu handeln, um sich schrittweise mehr zu akzeptieren. Es ist ein impliziterzentraler Wirkmechanismus in der Psychotherapie und kann auf drei Ebenen integriert werden: 1) Im Umgang des Therapeuten mit sich selbst,2) in der Beziehungsgestaltung und 3) im Umgang des Klienten mit sich selbst.  Paradoxerweise löst Mitgefühl jedoch häufig Misstrauen, Wut und Ängste sowohl in den Behandelnden als auch in den KlientInnenaus, da es unsere frühen Bindungserfahrungen aktiviert: wenn wir unseren KlientInnenbedingungslose Liebe schenken, entdecken diese die Bedingungen, unter denen sie nicht geliebt wurden.
In diesem Seminar laden wir Sie ein, folgende Dinge zu üben 1) Selbstmitgefühl bei eigener Scham und Ohnmacht, 2) KlientInnengegenüber liebevoll und klar Grenzen zu setzen und gleichzeitigradikal validierend zu bleiben und 3) Prinzipien zu erlernen, um KlientInneneinen sicheren und stufenweiser Zugang zum Selbstmitgefühl zu ermöglichen.

Methoden

- Didaktisches Input mit Videomaterial
- Fallbesprechungen
- Selbsterfahrungsübungen durch Selbstreflektion, Achtsamkeits-und Mit-
  gefühlsübungen und Körperübungen in der Dyade mit Einladung zum
  Austausch in Klein-und Großgruppe
- Demonstrationen (Live, Video)
- Rollenspiele mit Fallvignetten

Literatur

Susan Pollak et al. (2015) Gemeinsam Sein. Arbor Verlag.

Christine Brähler (2015). Selbstmitgefühl entwicklen. Scorpio Verlag.

Paul Gilbert (2010) Compassion Focused Therapy. Junfermann Verlag

Kurs-Termine:


Datum:

Fr., 03.04., Fr., 03.04., Sa., 04.04. und Sa., 04.04.2020,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr

Kurs-Nummer:

01-4601

Unterrichts­einheiten:

16

Preis:

350,00 €

Status:

Freie Plätze verfügbar